Die Vierbeiner

Luna
Luna ist eine Quarter-Pony-Dame im besten mittleren Alter – erfahren genug, um das Leben zu kennen, aber jung genug, um regelmäßig Unsinn im Kopf zu haben.
Grundsätzlich ist sie die Freundlichkeit auf vier Hufen: lieb, geduldig, verschmust und immer für eine Streicheleinheit zu haben und hält Menschen grundsätzlich für wandelnde Leckerli-Spender.
Allerdings besitzt sie auch einen klassischen Pony-Dickkopf. Wenn sie eine Meinung hat, dann hat sie eine Meinung. Und wenn diese Meinung lautet, dass der Weg zum Grasbüschel wichtiger ist als der eigentliche Ausflug, dann diskutiert sie das mit bemerkenswerter Konsequenz aus. Nicht böse, eher nach dem Motto: „Ich habe deinen Vorschlag gehört und mich dagegen entschieden.“
Während andere Pferde die Landschaft genießen, prüft sie strategisch die Vegetation und sie ist fest davon überzeugt, dass sie kurz vor dem Verhungern steht.
Kurz gesagt: eine herzensgute, charmante kleine Quarter-Pony-Dame, die jeden um den Huf wickelt, gelegentlich ihren Ponykopf durchsetzt und mit unerschütterlicher Hingabe der Frage nachgeht, wo es als Nächstes etwas zu fressen gibt.

Tessa
Tessa ist der beste Beweis dafür, dass man auch mit einem Jahr schon die Gelassenheit einer altgedienten Kutschpferd-Oma haben kann.
Während andere Jungpferde bei jedem flatternden Blatt, jeder Pfütze oder einem verdächtig aussehenden Gänseblümchen erst einmal die Existenzkrise ihres Lebens bekommen, schaut Tessa kurz hin und denkt sich vermutlich: „Aha.“
Nichts scheint diese junge Noriker-Dame aus der Ruhe zu bringen, sie begegnet der Welt mit der entspannten Selbstverständlichkeit eines Pferdes, das fest davon überzeugt ist, dass sowieso alles nach ihrem Plan läuft.
Wenn Tessa beschlossen hat, dass der interessante Platz dort drüben liegt, dann setzt sie sich in Bewegung – ruhig, ohne Hektik, ohne Drama. Das Problem ist nur, dass für sie Hindernisse eher als unverbindliche Vorschläge gelten. Schubkarren oder sonstige Gegenstände werden nicht unhöflich, sondern einfach mit der sanften Kraft eines kleinen Panzers beiseitegeschoben.
Dabei ist sie keineswegs frech oder böse.
Kurz gesagt: Tessa ist eine erstaunlich souveräne, nervenstarke junge Noriker-Stute mit dem Seelenfrieden eines Buddhas und der Zielstrebigkeit eines Güterzugs. Lieb, gelassen und völlig unkompliziert – solange man nicht genau dort steht, wo sie gerade hinmöchte.

Amy
Amy ist das faszinierende Ergebnis, wenn man die Athletik eines Hochleistungssportlers mit dem Herz eines Kuscheltiers kombiniert.
In ihr wohnen zwei Seelen: der Rhodesian Ridgeback, der mit stolzer Gelassenheit durchs Leben geht und stets so wirkt, als hätte er wichtige Termine, und der Malinois, der grundsätzlich bereit wäre, jede Herausforderung anzunehmen – egal ob er gefragt wurde oder nicht.
Amy ist schnell. Wirklich schnell. Nicht „Hund rennt hinter einem Ball her“ schnell, sondern eher „Warum sieht sie plötzlich aus wie ein brauner Blitz?“ schnell. Dazu kommt eine beeindruckende Mischung aus Kraft, Agilität und Körperbeherrschung. Während andere Hunde überlegen, wie sie über einen Baumstamm kommen, ist Amy längst darüber, darum herum und wieder zurück.
Trotzdem ist sie keiner dieser Hunde, die ständig unter Strom stehen. Sie hat eine bemerkenswert freundliche Art und begrüßt die meisten Lebewesen so, als wären sie lang vermisste Freunde. Doch hinter der sportlichen Fassade steckt ein unglaublich sensibles Herz. Amy merkt sofort, wenn es ihren Menschen nicht gut geht. Sie lebt nicht nur mit ihrer Familie zusammen – sie fühlt mit ihr.
Ihre Begeisterung für das Leben ist ansteckend. Sie kann im einen Moment mit voller Geschwindigkeit über die Wiese fliegen und im nächsten ihren Kopf liebevoll auf den Schoß ihres Menschen legen, als gäbe es nichts Wichtigeres auf der Welt.
Kurz gesagt: Amy ist eine Mischung aus Spitzensportlerin, treuer Beschützerin, fröhlichem Clown und sensibler Seele. Ein Hund mit der Eleganz und Stärke eines Ridgebacks, dem Arbeitseifer eines Malinois und einem Herzen, das für ihre Menschen mindestens genauso groß ist wie ihr Bewegungsdrang.

Bessy
Bessy ist eine dieser Hündinnen, bei denen man sich nach wenigen Minuten fragt, wer hier eigentlich wen gerettet hat.
Man weiß nicht genau, was sie in ihrem Leben schon erlebt hat. Aber man ahnt, dass nicht jeder Mensch immer gut zu ihr war. Umso erstaunlicher ist es, dass Bessy beschlossen hat, den Menschen trotzdem noch einmal zu vertrauen. Bessy ist die Ruhe in Person (Beziehungsweise die Ruhe auf vier Pfoten). Alles passiert bei ihr ein kleines bisschen langsamer. Spaziergänge. Aufstehen. Hinlegen. Umdrehen. Manchmal hat man das Gefühl, sie bewegt sich in ihrer eigenen, sehr entspannten Zeitzone.
Ihre wahre Superkraft sind allerdings ihre Augen.
Dieser Blick ist eine Mischung aus Sanftmut, Vertrauen, Liebe und einer winzigen Prise Charme-Offensive. Man schaut zurück – und plötzlich möchte man ihr ein weiches Körbchen, eine warme Decke und den letzten Keks der Welt schenken.
Dabei liebt sie einfach jeden. Fremde Menschen sind für Bessy keine Fremden, sondern Freunde, die sie nur noch nicht begrüßt hat. Und wenn jemand bereit ist zu streicheln, ist für sie das große Glück vollkommen.
Kraulen könnte man ihrer Meinung nach problemlos zum Vollzeitberuf machen. Hinter den Ohren? Wunderbar. Am Bauch? Perfekt. An der Brust? Noch besser. Aufhören? Unverständliche Entscheidung.
Kurz gesagt: Bessy ist eine sanfte Seele mit einem riesigen Herzen. Eine Hündin, die trotz allem, was sie vielleicht erlebt hat, voller Liebe geblieben ist. Gemütlich, zart, freundlich und so unglaublich liebenswert, dass man sich spätestens nach einem Blick in ihre warmen Augen hoffnungslos in sie verliebt.